Herzblut

Der Duden ist schuld, dass das Internet jetzt unsicher ist. Ein simpler Fehler – Heartbleed genannt – hat dazu geführt, dass nun alle Verschlüsselungen zu knacken sind. Und Schuld hat der Duden. Experten stufen den Heartbleed-Fehler auf einer Skala von 1 bis 10 als glatte 11 ein. Der einzig Schuldige: Der Duden. Und Sie müssen jetzt alle Passwörter ändern. Wegen Heartbleed. Einem Fehler, den der Duden zu verantworten hat. Zugegeben, eigentlich kann das von Konrad Duden ins Leben gerufene Nachschlagewerk gar nichts dafür, und mit dem Herzen des Internets hat es auch herzlich wenig zu tun. Aber mit dem 1880 weiterlesen

Der Trick mit den Farben

Fußballschiedsrichter haben die gelbe Karte in der Brusttasche und die rote am Gesäß. Das ganze hat Tradition seit es schwarz-weiß Fernsehen gibt, denn mangels Farbe erkannte der Zuschauer nicht, welche Karte der Schiri zog. Griff dieser bei einem Foul daher nach der sprichwörtlichen Arschkarte, war klar: da fliegt jetzt einer vom Platz. Heute wären die unterschiedlichen Taschen nicht mehr notwendig, denn aktuelle TV-Geräte haben nicht nur Farbe, sie können sich sogar ins Internet verbinden und heißen deshalb Smart-TV. Diese Dinger sind eigentlich Computer, mit großem Bildschirm und kleiner Tastatur (auch Fernbedienung genannt). Für moderne Smart-TV-Geräte gibt es Apps, kleine Programme weiterlesen

Fitnesswahn

Als ich letztens eine Email von Google Earth erhielt, in der man mich bat, doch bitte aus dem Bild zu gehen, war mir klar, dass es Zeit ist für eine Diät. Zum Glück boomen gerade Fitness-Apps, die mir dabei helfen können, ein paar Kilos zu verlieren. Es gibt Smartphone-Apps, die mir Joggingpfade vorgeben und tracken, Apps mit Muskelübungen für Bi-, Tri- und Quadrizeps sowie Apps, die mich unterstützen, Kalorien zu zählen. Dazu finden sich dann noch diverse Helferlein wie Armbänder die meine Pulsfrequenz samt Blutdruck messen und sogar Turnschuhe, die die Anzahl meiner Schritte per Bluetooth an mein Smartphone melden. weiterlesen

Wenn das Internet abgeschaltet wird

Das Internet heißt bei den Inuit „Ikiaqqijjuti“. Das klingt ein wenig wie der Vulkan, der uns vor ein paar Jahren seine Aschewolken um die Ohren spie und hunderte von Flugzeugen am Fliegen hinderte. In Wirklichkeit steht es für „Ein Schamane reist durch eine andere Dimension der physischen Welt“. Was für eine schöne Metapher. Eben jenes Ikiaqqijjuti möchte der türkische Ministerpräsident nun in Teilen abschalten, mit twitter und YouTube hat er schon mal begonnen. Da es aber keinen Schalter gibt, mit dem man das WWW oder einzelne Web-Dienste abschalten kann, bleibt dem demokratisch gewählten Politiker nichts anderes übrig, als dem Volk, weiterlesen

Los, schneller!

Unser Leben wird immer schneller. Stuttgart-21 wird uns 26 Minuten früher nach München bringen. Gymnasiasten werden heute schon wegen G8 ein Jahr früher auf die Uni geschickt und wer heute mal bei Aldi bezahlt hat, kommt bei dem Hochgeschwindigkeits-Scanner mit dem Reinschaufeln der Waren in die Tüten gar nicht mehr nach. Diese Gier nach Geschwindigkeit erreicht uns dank Smartphones nun auch beim Lesen. SpeedReading heißt das Zauberwort. Früher wurde das Buch im Urlaub noch zur Entspannung oder am Abend zum Einschlafen genutzt. Die ruhigen Zeiten des Lesens sind jedoch vorbei. Neueste Smartphone-Apps setzen auf die Fähigkeit des Gehirns, Wörter zu weiterlesen

Namen sind Schall und Rauch

„Aus Raider wird Twix, sonst ändert sich nix.“ Können Sie sich noch erinnern? 1991 war das, als der Karamelkeks mit Schokolade seinen Namen änderte. So verschwand mit Raider ein Begriff, der mich jahrelang begleitete. Dieser Trend zieht sich irgendwie durch alle Teile des Konsums. Aus Premiere wurde Sky, aus DSF Sport1 und aus Somat wurde Finish. Heute telefoniert auch kein Mensch mehr mit Telly-D1, Viag Interkom oder Mannesmann D2. In Bälde werden aber nicht nur Namen und Begriffe verschwinden. Zukünftig werden das auch die dazugehörigen Geräte tun. Die Forschungsabteilung des Pentagons, DARPA, hat nämlich ein Projekt finanziert, mit dem verhindert weiterlesen

Der goldene Schnitt

Ein amerikanisches Forscherteam hat herausgefunden, daß Manager mit optimalen Gesichtsproportionen den Aktienkurs ihres Unternehmens positiver beeinflussen, als das hässliche Firmenlenker tun. Die Forscher analysierten, wie sich der Aktienkurs eines Unternehmens sowohl kurz nach Übernahme eines neuen Chefs, als auch längerfristig entwickelte. Hätte ich selbst Aktien, wüsste ich schon ein paar, die ich mit diesem Wissen schlagartig verkaufen würde. Natürlich spielt hierbei wieder der Computer eine Rolle. Ein Online-Programm namens AnaFace analysiert Gesichter und spuckt dann einen Wert aus. Innerhalb von Sekunden kann so jeder seinen Chef bewerten. Bild hochladen, Augen, Ohren, Nase, Mund und Kinn markieren – fertig. Heraus kommt weiterlesen

Fehlinvestition

Die Lufthansa hat einen Marktwert von rund 9,5 Milliarden Euro. Wer das hinblättern kann, bekommt fast 650 tip-top gewartete Flugzeuge in allen Größen. Dazu gibt es hunderte gut ausgebildete Piloten und noch ein paar tausend bildhübscher Stewardessen sowie einfühlsame Stewards. Facebook hat beim Erwerb von WhatsApp das Doppelte bezahlt, und zwar für 55 Systemadministratoren in fleckigen T-Shirts und eine Handvoll Server. Für diese 19 Milliarden Euro Fehlinvestition bekam Facebook zumindest noch die Daten von 450 Millionen WhatsApp Nutzern dazu – unter anderem meine. Nicht mit mir, habe ich mir gedacht! WhatsApp lässt sich kinderleicht löschen und mit einem Klick werden weiterlesen

Live dabei, bei Olympia in Sotschi

Hyperventilierende Körper mit am Mundwinkel festgefrorenem Sabber hecheln beim Biathlon ins Ziel. Junge Menschen mit zu weiten Klamotten knallen beim Slopestyle aus 7m Höhe auf Rails genannte Eisenrohre und magersüchtige Skispringer versuchen nach 103m nicht mit dem Gesicht zu bremsen. Ich liebe Olympische Winterspiele! Gestern gingen sie in Sotschi mit einer fulminanten Abschlussfeier zu Ende. Haben Sie die Eröffnungsfeier gesehen? Toll! Fast perfekt war sie. Aber nur fast, denn einer der fünf Olympischen Ringe hat sich nicht entfaltet. Darüber wurde geredet – jedoch nur bei uns. In Russland wurde nämlich kurzerhand die gleiche Sequenz aus der Generalprobe vom Vortag ins weiterlesen

Zufallszahlen

Lotto ist wie Bundestagswahl. Viele Menschen machen Kreuzchen auf Zetteln und am Ende sind die meisten enttäuscht. Wahlsieger wird man, weil der eigene Name neben vielen Kreuzchen steht. Lottomillionär wird man, weil die richtigen Zahlen neben den Kreuzchen stehen. Haben Sie sich schon mal gefragt, warum in Zeiten von Supercomputern die Lottozahlen immer noch mit beschrifteten Tischtennisbällen ermittelt werden? Die Antwort ist ganz einfach: Computer kennen keinen Zufall. Daher können sie auch nicht irgendwelche zufälligen Lottozahlen ermitteln. Ein Computer ist ein Sklave seiner Vorgaben, ein Knecht der Einsen und Nullen. Er wird nur das tun, was der Programmcode vorgibt. Damit weiterlesen

Korrekte Autokorrektur

„Du bist total fett. Pussy!“ Wer diese Nachricht von seinem Smartphone schickt, der meint möglicherweise etwas Freundliches: „nett“ und „Bussi“ nämlich. Dummerweise hat man trotzdem soeben einen Freund verloren, und Schuld daran ist eine eigentlich ganz nützliche Funktion: die Auto-Correction, oder auf Deutsch, die Autokorrektur! Diese ist in Zeiten immer kleinerer Displays erfunden worden. Auf sieben Zentimetern drängen sich da zehn bis zwölf Buchstaben in einer Zeile der virtuellen Tastatur auf dem Bildschirm. Bei doppelt so breiten Fingern, ist die Trefferquote leider oft nicht ganz optimal. Der normale User mit seinen Wurstfingern tippt mal diagonal, über, unter, links oder rechts weiterlesen

Wissensvorsprung dank Google

Wenn ich an meinem Schreibtisch sitze und in meinen Computer tippe, fängt es nach zehn Minuten immer links oben an der Schulter an zu ziehen. Beim Aufstehen kommt dann noch ein kurzes aber intensives Stechen an der rechten Bauchseite dazu. Was habe ich wohl? Ich öffne Google und suche. Keine 90 Minuten später weiß ich, dass es sich nur um eine schmerzhafte Pyelonephritis handeln kann. Vielleicht aber auch um den – nur 2x dokumentierten – unspezifischen Verlauf einer Appendizitis, die eine schleichende Peritonitis nach sich zieht und an der ich laut Google mit einer 50%ige Chance sterben werde. Ich bin weiterlesen

Auf dem Dach der Welt

In wenigen Wochen werden wir in Deutschland die 40 Millionen Marke überschreiten. Dann hat statistisch gesehen jeder zweite Einwohner eines. Schon der Hammer, wenn man bedenkt, dass es vor fünf Jahren gerade mal 7,5% waren. Und was kann man nicht alles Schönes mit so einem Ding machen. Navigieren, Spielen, Musik anhören, Emails lesen und … telefonieren. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass im Bus, in der Bahn oder im Restaurant jeder mit seinem Smartphone beschäftigt ist? So geht Kommunikation heute. Die älteren Damen und Herren, die noch Zeitung lesen oder sich gar mittels Sprache unterhalten möchten, leben echt hinter dem weiterlesen

10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1, weg

Zwei junge Amerikaner haben eine App erfunden, mit der man Bilder online an Freunde schicken kann. Zugegeben, das kennt man schon, also was ist daran so besonders? Ganz einfach, bei Snapchat kann man die Bilder nur einmal und nur für die Dauer von maximal 10 Sekunden ansehen. Danach sind sie weg und für immer gelöscht. Klingt ja nicht wirklich nach einer App, die es besonders weit bringen wird. Tatsächlich aber verschicken mittlerweile etwa 26 Millionen Nutzer täglich bis zu 350 Millionen dieser 10-Sekunden-Bilder. Warum? Weil man so auch erotische Bilder von sich weitergeben kann, ohne Angst haben zu müssen, dass weiterlesen

Datenschutz schützt vor Allem was es gibt

Jedes Jahr das gleiche bei den Elternsprechtagen. Zwei Tage vorher hängt die Schule Listen aus, in die man sich eintragen kann. Also rasen Horden von gestressten Eltern in der Mittagspause mit dem Auto in Richtung Schule. Dort wird in zweiter oder dritter Reihe geparkt, der Verkehr zum Erliegen gebracht und dann mit Ellbogenhilfe der Weg zu den ausgehängten Listen gebahnt. Ist ein Lehrer schon ausgebucht, hilft der Zweitkuli und irgendein anderer wird kurzerhand durchgestrichen. Um derartige Auswüchse zu verhindern, habe ich einer Schule ein Computerprogramm geschrieben. Kurz den Namen des ABC-Schützen in eine Webseite getippt, und sage und schreibe zwei weiterlesen

Filme schauen, wann und wo ich will

Ich bin ein Serienjunkie! Schon als Kind habe ich mir komplette TV-Serien wie „Irgendwie und Sowieso“ angesehen. Heute fesseln mich „Breaking Bad“ oder „Homeland“. Carrie Mathison’s Jagd auf Nicholas Brody hat mich dunkle Augenringe gekostet. Zum Glück hat mir das Christkind die BluRay der finalen Staffel von „Breaking Bad“ unter den Weihnachtsbaum gelegt. Mehr als vierzig Stunden folge ich Walter White schon durch sein Leben zwischen Drogenkartell und Familie und ich will unbedingt wissen, wie alles endet. Weil die Ferien langsam zu Ende gehen, habe ich mich besonders gefreut, dass ein Aufkleber auf der Hülle verrät, dass ich auch eine weiterlesen

2013 – Eine Reise nach Neuland

Bei einem Jahresrückblick soll man zurück blicken auf das, was in den letzten zwölf Monaten passiert ist. Und wenn man wie ich über Computersicherheit und Datenschutz schreibt, kommt man 2013 an einem Namen nicht vorbei, der immer wieder in Bezug zu Abhörskandalen im Rampenlicht stand: Angela Merkel Ach, Sie dachten ich spreche von Edward Snowden? Nein, nein, 2013 war gar nicht sein großes Jahr. Snowden wird 2014 eine noch größere Rolle spielen. Spätestens, wenn seine befristete Aufenthaltsgenehmigung in Russland ausläuft. Das heißt jetzt nicht, dass wir 2014 nichts mehr von Frau Merkel hören, das werden wir natürlich schon. Aber, es weiterlesen

Wenn der Weihnachtsmann ein Anwalt ist

In den letzten Wochen haben einige Männer in die Röhre geguckt – und zwar in eine rote. Das, was sie da zu sehen bekamen, mag ihnen ein paar Minuten Freude bereitet haben, aber im nachhinein betrachtet, gab’s aber nur Ärger. Tausende Abmahnungen wurden verschickt, weil das ein oder andere Filmchen nicht ganz legal auf die Seite gelangt war. Das Ansehen solcher Videos im Internet ist strafbar, allerdings nur, wenn man den Film herunterlädt und speichert. Schaut man den Film jedoch auf dem PC online im Browser an, wird dieser nur abgerufen und nicht gespeichert. Der, der den Film nur ansieht, weiterlesen

Alles Gute kommt von oben

Nach meinem Zivildienst – ich war Leichenträger in einem großen Münchner Krankenhaus – habe ich bei einem Paketdienst gejobbt. Dinge behutsam von A nach B zu transportieren hatte ich ja 18 Monate lang gelernt, insofern war das kein Problem. Bald schon wechselte ich dort in die Computerabteilung und wurde Supervisor. Kurz vor Weihnachten, als die Anzahl Pakete drastisch anstieg und klar war, dass die normale Auslieferflotte des Unternehmens es bis zum Fest nicht schaffen würde, wurden auch wir Anzugträger verpflichtet, Spielsachen an Kinder, Schuhe an Frauen und Mobiltelefone an Männer auszuliefern. So fuhr ich noch am späten Nachmittag des heiligen weiterlesen

Das Schaf im Wolfspelz

Facebook ist total überbewertet, was den Nutzen für die meisten Unternehmen anbetrifft. Es ist ein Schaf im Wolfspelz. Man kann auf Facebook keine Zimmer buchen, keinen Termin für die Maniküre ausmachen und Zierfische kann man dort auch nicht kaufen. Was also bietet Facebook an Mehrwert gegenüber einer normalen Webseite? „Wir sind jetzt auch auf Facebook.“ vermelden immer wieder voller Stolz kleine Unternehmen, die den Weg in die virtuelle Welt der sozialen Netzwerke gefunden haben: Raphaelas Kosmetikstudio aus Münster zum Beispiel, ebenso wie Thommys Geschäft für Zierfische aus Eisleben. Doch was machen die da eigentlich? Ein kleines Hotel mit zwölf Zimmern weiterlesen

Die Sicherheit ist der Freiheit ihr Tod

Den brandneuen – noch nicht unterzeichneten – Koalitionsvertrag der CDU/CSU und der SPD kann man im Internet nachlesen. Dort finden sich etwa ab Zeile 6.430 die Absprachen der großen Koalition in Bezug auf „Digitale Sicherheit und Datenschutz“. Unter anderem heißt es dort: „Ziel der Koalition ist es, die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit auch in der digitalen Welt zu schaffen und zu bewahren.“ Das wird nicht einfach, denn wie bei einer Waage heißt höhere Sicherheit weniger Freiheit und umgekehrt. Die dann folgenden Zeilen zeigen, wie weit die NSA-Affäre uns doch erwischt hat. Auch wenn die aktuelle Regierung es bisher nie weiterlesen

Eine Frage des Systems

Machen Sie Online Banking? Ich tu’s fast jede Woche. Ich logge mich ein, kontrolliere meinen Kontostand und tätige Übeweisungen. Und ehrlich gesagt, ich tu’s gerne. Es spart mir den Weg in die Filiale, zumindest bei üblichen Vorgängen. Muss ich mir Geld leihen, gehe ich meist selbst zur Bank, das macht einen besseren Eindruck. Beim Wohnzimmer-Banking benötigt man Zugangsdaten um überhaupt mal in das Systems zu kommen und eine TAN – eine TransAktionsNummer – um etwas zu tun, eine Überweisung zum Beispiel. Die TAN ersetzt also quasi die Unterschrift unter einem Überweisungsformular. Diese TAN ist eine Zahl, die nur Sie und weiterlesen

Das Merkel-Handy

Unserer Bundeskanzlerin ihr Handy wurde abgehört. Von den amerikanischen Freunden. Mitten in Berlin, aus deren Botschaft heraus. Und plötzlich fragen sich alle, warum Frau Merkel nicht auch so ein Krypto-Handy hat wie dieser Obama – so eins, das man nicht abhören kann. Natürlich hat sie das, wobei das Problem ist, dass man nur mit solchen Menschen abhörsicher telefonieren kann, die auch so ein Gerät haben. Da die Teile um die 2.500€ kosten und so abgespeckt sind, dass nicht mal ein kleines Spielchen installiert werden kann, macht es auch keinen Spaß, damit zu arbeiten. Das ändern die Hersteller gerade. Die im weiterlesen

Wenn drin gar nicht drin ist

Der ehemalige Nationalspieler Stefan Kießling hat letzte Woche ein Tor erzielt, das gar keines war. Durch eine Lücke im Netz ging der Ball ins Tor hinein, obwohl er schon am Pfosten vorbei geflogen war. Keiner hat das so richtig gesehen, und so musste zum Erstaunen aller der bedauernswerte (weil bekanntlich gute) Schiedsrichter Felix Brych das Tor anerkennen. Das Ganze grenzte schon fast an eine optische Täuschung. Was dieser Kießling kann, das können andere im Internet schon lange. Bei gefälschten Bankseiten zum Beispiel. Da klicken Sie auf einen Link und schon glauben Sie, Sie sind drinnen – also im Online-Banking. Tatsächlich weiterlesen

Duftwasser

Im Jahr 1921 kam „Chanel No 5“ auf den Markt. Kein Duft wurde bis heute öfter verkauft, etwa alle 30 Sekunden geht irgendwo auf dieser Erde ein Flakon davon über die Ladentheke. 100ml dieser nach wachsigen Rosenblättern und Orangenschalen duftenden Überdosis dreier Aldehyde kosten im Durchschnitt etwa 140€. Ein Mittelklasse All-in-One-Drucker mit Fax, Kopierer und Scanner kostet im Elektronikfachhandel genau so viel. Dass der Drucker eigentlich viel teurer sein müsste, ist bekannt. Die Hersteller subventionieren sie, weil sie beim Verkauf der Verbrauchsmaterialien verdienen: bei der Tinte. Und sie tun alles, damit wir möglichst teure Originaltinte kaufen. In der Standardpatrone für weiterlesen

Stimme

Ohne Zunge kann ein Mensch nicht sprechen. Ohne Zunge ist ein Mensch nicht in der Lage Dinge wie Freude, Wut oder Kritik verbal zu äußern. Er wäre zum Schweigen verdammt, wenn Politiker Dinge tun, die ihm nicht gefallen. Er könnte sich kein Gehör verschaffen, wenn es in Diskussionen um den Austausch von Meinungen geht. Demokratie braucht Zunge. Und die Zunge ist ein ganz außergewöhnlicher Muskel. Er ist der stärkste Muskel unseres Körpers und der einzige Muskel überhaupt, der nicht an beiden Enden angewachsen ist. Die Zunge ist quasi ein starker Freigeist. Um sich im Internet Gehör zu verschaffen und seine weiterlesen

Rotwein

Wer heute eine Email sendet, der nutzt das @-Zeichen ganz selbstverständlich. Lustig wird es nur im Urlaub, wenn man am Hotel-PC eine französische Tastatur rumliegen hat. Wo um alles in der Welt ist da der Klammeraffe? Den finden Sie nicht, was aber nicht alleine an französischem Rotwein liegt. Schwieriger war das nur für Ray Tomlinson, der die weltweit erste Email verschickt hat. Bis 1971 konnte man sich Nachrichten nämlich nur an einem Computer hinterlassen, den man sich teilte. Wer am Morgen am Rechner saß, der legte eine Textnachricht in ein Verzeichnis für jemanden, der Nachmittags am gleichen Rechner saß. Sinnvollerweise weiterlesen

Ganz nah

Heute, wo alles schnell gehen muss, überlegt man sich am besten vorher, an welcher Schlange im Supermarkt man sich anstellt. Anzahl der Güter in den Einkaufwägen abschätzen und trotzdem die falsche Schlange wählen. Denn was wir nicht wissen ist, wer wie bezahlt. Die Bezahlung mit Bargeld ist durchschnittlich die schnellste Methode. Eine Kartenzahlung dauert dank Verbindungsaufbau und allem Drum und Dran etwa 20-30 Sekunden – selbst bei Aldi. Anders wird das mit der so genannten Near Field Communication, kurz NFC genannt. Rund 80 Millionen Smartphones mit einem integrierten NFC-Chip sollen schon verkauft sein. Wenn dann mal ausreichend viele Supermarktkassen auch weiterlesen

Feindesland

Die USA überwachen nicht nur uns Internetnutzer, nein, auch unsere Regierung und die EU. Unfassbar, der Präsident, der noch vor wenigen Tagen in Berlin freundlich und wohlwollend empfangen wurde und zu uns sprach, lässt ein Programm zur massiven Ausspähung unserer Regierung laufen. In diesem Programm wird Deutschland nicht als Partner eingeordnet, sondern als potentielles Angriffsziel, als Feindesland kategorisiert. Die Kanzlerin ist not amused und fand außergewöhnlich scharfe Worte, die sie sogleich über Ihren Regierungssprecher verkünden lies. Völlig unnötig übrigens, denn der US-Präsident war im Kanzleramt bei der Diskussion über die richtige Wortwahl mit einem Ohr live dabei. Die Opposition wundert weiterlesen

Zahlenspiele

Stop! Hören Sie auf, dies hier  zu lesen! Sie verpassen sonst zu viel. Warum? Weil dieser Blog in etwa um die 300 Wörter lang ist. Um ihn erstmalig zu lesen und zu verstehen benötigt der Durchschnittsmensch etwa eine Minute. In diesen 60 Sekunden passiert so viel in der digitalen Welt, und das würden Sie alles verpassen. Über das Internet werden pro Minute weltweit rund 170 Millionen Emails verschickt, also über 2,8 Millionen jede Sekunde. Das bedeutet, dass statistisch jeder Einwohner in Deutschland alle halbe Minute eine Mail schreibt und verschickt – auch die, die gar keinen Computer haben. Google hingegen weiterlesen

Nachmacher

Google ist die innovativste Firma der Welt. Was die alles erfinden und dann so supertoll umsetzen, unglaublich. Da kommen wir Deutschen mit unseren altertümlichen “Innovationen” nicht mit. Denken wir nur mal an das Mautsystem. Wer hat’s uns letztendlich abgekauft? Niemand. Da lobe ich mir Google, was die erfinden, wird ein Erfolg. Wobei, was hat Google denn tatsächlich selbst erfunden? Zur Zeit stellt Google mit GoogleGlass eine Brille vor, die Informationen Über unsere Umgebung in unser Blickfeld einblendet. Also welches Gebäude wir gerade ansehen oder auf welcher Straße wir gerade sind. So etwas kennen wir nur schon. Damals Tom Cruise in TopGun weiterlesen

Handbremse

Ach du liebe Güte. Da hat sich die Telekom ja ein besonders dickes Ei ins Nest gelegt. Da wollen die doch glatt das schnelle Netz drosseln, also langsamer machen. Ausbremsen wollen sie uns. Unmöglich. Ich dachte immer, das schnelle Netz ist der Grund zur Telekom zu gehen? So steht es doch immer in der Werbung. Und jetzt wollen die das künstlich verlangsamen? Vielleicht ist das gar nicht so schlimm, die Automobilhersteller haben das vor vielen Jahren auch schon getan. In den 80er Jahren einigten sich die großen deutschen Autobauer (mit Ausnahme von Porsche) darauf, nicht mehr auf Teufel komm raus weiterlesen

Zwei Anschlüsse unter dieser Nummer

Rufen Sie uns an, nur 15ct pro Minute Deutschlandweit zum Ortstarif! Mit 0180er-Rufnummern werben kundenorientierte Unternehmen. Wer aus dem Alpenvorland in Flensburg Spielzeug bestellen will, der muss nicht ein teures Ferngespräch führen, nein, der telefoniert zum Festpreis, dank Servicerufnummer. Natürlich geht das auch umgekehrt, der Stralsunder kann in München zum gleichen Preis telefonisch bestellen wie der Vorsitzende des Trachtenvereins der bayerischen Landeshauptstadt aus seinem Wohnzimmer heraus. Bietet die Firma gar eine 0800er-Nummer an, kostet es gar nichts. Na ja, schon, aber das zahlt dann der Angerufene. Servicerufnummern haben eine einheitliche Vorwahl. Daher weiß man auch nicht, wo das Unternehmen sein weiterlesen

Zählwerk

Das ist schon nervig, oder? Alle paar Wochen will das Programm im Büro, dass man ein neues Passwort vergibt. Natürlich muss es sich vom letzten Kennwort unterscheiden und zudem den üblichen Sicherheitskriterien entsprechen. Mindesten zehn Zeichen, Großund Kleinbuchstaben sowie Ziffern. Zu allem Überfluß wird noch irgendwo ein Sonderzeichen erwartet, also ein + ein & oder ein $ Zeichen. Nun kann man solche Hürden überspringen, wenn man sich eine Eselsbrücke für Passwörter baut, das habe ich Ihnen ja schon mal erklärt. Schwierig wird es nur, wenn nicht nur ein System ein neues Passwort will, sondern gleich mehrere. Am besten auch noch weiterlesen

Mut zur Lücke

In letzter Zeit haben einige Politiker ihren Doktortitel abgeben müssen, weil sie abgeschrieben haben. Nein, das stimmt ja gar nicht. Sie haben abgeschrieben und nicht gesagt, dass sie abgeschrieben haben. Wäre da gestanden: Das ist eine Textpassage aus dem Buch “Das Wissenslexikon” dann hätten die alle ihren Doktortitel behalten dürfen. Ehrlich gesagt, finde ich die jetzige Jagd auf Doktortitel unsinnig und unnütz. Es geht nämlich nicht um Dr. Hänschen Müller … nein, nur um Promis und Politiker. Und auch das nicht etwa, weil man einen Verdacht hegt, sondern weil es weitgehend automatisch geht. Man kann ja mal bequem einen nach weiterlesen

Abgesoffen

Neulich im Flieger las ich eine bunte Zeitschrift mit vielen Bildern über Könige und Königinnen sowie A-, Bund C-Promis. Da geht dann die Zeit schnell vorüber, und man lernt, was Till Schweiger so sexy macht. Nachdem die Zeitschrift ihren Zweck gar wunderbar erfüllt hatte und der Pilot allmählich auf die Landebahn zusteuerte, streifte mein Auge die Rückseite des Magazins, wo eine Schweizer Uhrenmarke seine Waren anbot. Nicht ganz meine Preisklasse, außerdem eine Damenuhr, aber … und das machte mich stutzig – etwas stimmte nicht. Innerlich lachte ich ein wenig, wie man so teure Uhren bauen kann, und dann eine so weiterlesen

Lesen bildet

Huch, völlig überraschend beschäftigt Amazon in der Vorweihnachtszeit laut einem ARD Bericht Leiharbeiter, bezahlt diese fast nicht und knechtet sie mit Hilfe eines offenbar zwielichtigen Sicherheitsdienstes. Menschen mit Gewissen kündigen daraufhin ihr Amazon-Konto und beschließen künftig dort nicht mehr zu kaufen. Amazon kündigt dem Sicherheitsdienst um den Schaden zu begrenzen. Ganz ehrlich, überrascht uns das wirklich? Wenn wir darüber mal nachdenken, sicherlich nicht. Amazon ist kein Buchhandel, auch wenn diese Fassade gerne gezeigt wird. Der Gründer dieses Multimilliarden-Unternehmens hat früher mit Hedge-Fonds seine Millionen verdient und möchte wen wundert‘s einfach nur noch mehr Geld verdienen. Die Frage ist nur, auf weiterlesen

Sicherheit auf dem Weihnachtsmarkt

In diesen Tagen gehen sie los, die Weihnachtsmärkte. Festlich geschmückte Stände schenken Glühwein aus 5 Euro teuren 5l-Eimern vom Großmarkt für 5 Euro pro Becher aus. Billigsenf wird frühmorgens in Bautz‘ner Eimer gefüllt. Wachsklumpen aus aufgebrauchten Teelichtern werden als handgeformte Christkerzen verkauft und Holzreste bunt bemalt als Baumschmuck angeboten. Der Chor der MontessoriGrundschule aus der Umgebung singt Lieder aus einem Weihnachtsbuch. Die Eltern klatschen dazu und junge Menschen fragen sich, ob man bei der Geburt eines Kindes automatisch auch schlechte Ohren bekommt. Horden von bestens ausgebildeten Taschendieben stehen zwei Polizeibeamten gegenüber und ziehen den Besuchern die prall gefüllten Geldbörsen aus weiterlesen

Apfel oder Fenster

Weihnachten steht nicht nur vor der Türe, sondern auch schon längst in den Regalen der Supermärkte. Glühwein, Lebkuchen, Stollen, alles was so dazu gehört. Und auch die Wochenendzeitungen dürften etwas dicker als im Juli ausfallen den ganzen Werbebeilagen zum Fest sei Dank. Für den ein oder anderen steht der Kauf eines neuen Computers an, und da stellt sich oftmals die Frage: Apple oder Windows? Nun, da helfen die ganzen Prospekte aber nicht wirklich weiter. Niedrige Preise werden da angepriesen, technische Daten aufgelistet. Ist ja wenig Platz da, weil möglichst viele Angebote sich diesen teilen müssen. Wer sich also nicht wirklich weiterlesen

Kein Anschluss unter dieser Nummer

Immer wieder liest man von gemeinen Telefonverkäufern, die armen alten Mütterchen per Telefon ein ZeitschriftenAbo aufschwatzen. Das alte werde teurer, man könne aber zum alten Preis eine andere Zeitschrift nehmen … Und Schwupps, hat man gleich wei Abos in der Tasche. Das ist gemein und teuer.
Viel schlimmer sind diejenigen, die am Telefon gar einen Gewinn verprechen. Tausende von Euros habe man gewonnen auch wenn man sich gar nicht mehr daran erinnern kann, irgendwo mitgespielt zu haben. Aber so ein paar Tausender sind doch sehr verlockend, daher ist es auch kein Problem, vorab ein paar Hunderter als Überweisungsgebühr selbst zu zahlen. weiterlesen

Kreditkarte mit Hilfssheriff

Wenn Sie sich trauen, im Internet mit Ihrer Kreditkarte zu zahlen, dann werden Sie immer öfter nach einer dreistelligen Zahl auf der Rückseite der Karte gefragt. CVN oder KPN wird sie genannt und kaum einer erklärt, wo sie herkommt und was sie überhaupt soll. Diese Zahl ist ein kleiner Hilfssheriff, der die Zahlungen per Kreditkarte sicherer macht. Der Seitenbetreiber kann durch die Abfrage nämlich sicher stellen, dass Sie die Kreditkarte auch wirklich in der Hand halten. Nun ja, 100% sicher, kann er zwar nicht sein, aber immerhin weitgehend. Wenn Sie sich diese Zahl mal ansehen, werden Sie feststellen, dass sie weiterlesen

Linke Links

Immer wieder liest man in der Zeitung von Anglern im Internet, die einem das Geld vom Online-Konto abzocken wollen, so genannten Fischern, die man mit Ph vorne schreibt. Das machen die ganz geschickt, in dem sie Ihnen eine eMail schreiben, die so aussieht, als käme sie von Ihrer Bank. Meist werden Sie aufgefordert, irgendetwas zu bestätigen und dazu müssen Sie dann PIN und TAN eingeben. Manchmal dürfen es auch 50 TAN Nummern auf einmal sein, alles schon da gewesen. Vor einigen Jahren erkannte man die PhishingMails noch daran, dass man dachte, der Filialleiter hätte einen vierjährigen Hirtenjungen aus Usbekistan gebeten, weiterlesen

Unsichtbares sichtbar gemacht

Kennen Sie das? Da liegt man stundenlang vor dem Fernseher und will nach der Werbung wieder geplegt zu den sächsischen Bikini-Gören auf RTL II zurückschalten, die sich gerade auf Mallorca so hübsch blamieren … und dann geht diese verluchte Fernbedienung einfach nicht mehr. Gefangen bei arte sitzt man vor der Entscheidung: Aufstehen oder Ausschalten. Doch was ist der Grund für diese verzwickte Lage? Entweder, die Technik hat ne Macke oder der Ehepartner hat sein im Laufe der Jahre so erstaunlich groß gewordenes Hinterteil zwischen Sie und den InfrarotEmpfänger des Fernsehgerätes geschoben. Letzteres ist sicherlich schnell ausgeschlossen, weil dann ja auch weiterlesen

Fünf gewinnt

In der letzten Kolumne habe ich Ihnen erklärt, dass Passwörter eine Mindestlänge von zehn Zeichen haben sollen. Komisch nur, dass gerade die Banken beim Online Banking mit der PIN meist auf schlappe fünf Zeichen setzen, noch dazu alles Ziffern. Ist das nicht absurd? Gerade beim Geld? Um es vorweg zu nehmen: die Fünf gewinnt, es braucht nicht zwingend mehr Zeichen, auch wenn diese nicht schaden würden. Die Daten (inklusive der PIN), die Sie in Ihrem Browser eingeben, werden nämlich ziemlich gut verchlüsselt an die Bank übertragen. Das erkennen Sie an dem https: in der Adresszeile. Ein aktueller InternetExplorer oder Firefox weiterlesen

Wie soll man sich das merken

Puuh, Passwörter sollen lang sein, mittlerweile mindestens zehn Zeichen! Dann auch noch mit Großund Kleinbuchstaben, Ziffern und am besten noch mit irgendwelchen Sonderzeichen. PPslsmm10Z! oder so etwas in der Art. Aber bitte, wer soll sich das denn merken können? Aufschreiben ist ja auch nicht erlaubt. In den meisten Fällen hilft eine Eselsbrücke. So könnten Sie sich zum Beispiel einen Satz merken und einfach dessen Anfangsbuchstaben nehmen. Aus dieser Kolumne zum Beispiel, der erste Satz. PPsls … »Puuh, Passwörter sollen lang sein ….« Na, gemerkt?
Ist das erst einmal geschafft, dann kommt aber schon die nächste Schwierigkeit. Ein Passwort sollte nur in weiterlesen

Aus dem Fenster, aus dem Sinn

Drahtlose Intnetzugänge, so genannte WLANs, sind ja heute fast überall zu finden. Nahezu an jedem Ort an dem ein paar Häuser in Sichtweite sind, wird einem eine ganze handvoll an Netzen angeboten, wenn man mal das eigene Handy oder den Laptop danach suchen lässt. Ist ja auch praktisch so ganz ohne Kabel. Kein verheddern, keine Stolperfalle und wer unbedingt auch noch auf dem stillen Örtchen die Mails prüfen will, der kann sogar das machen. Wenn Sie nicht gerade ein Internetcafe betreiben und bewusst Fremde ins Netz lassen wollen, ist Ihr WLAN doch hoffentlich verschlüsselt? Ach stimmt, das reicht ja gar weiterlesen